Review : Aktivsubwoofer LD Systems Sub 88A

Nachdem der Neubau meiner SB 18 wegen anhaltendem schlechten Wetter auf sich warten lässt (Einsatz der Oberfräse in der Wohnung kommt nicht gut, und draussen will es einfach nicht wärmer werden) hab ich mir mal weitere Gedanken zum Thema Subwoofer / Tiefbassunterstützung gemacht.

Geplant war ja ursprünglich, jeder SB18 quasi als Standfuß nen selbstgebauten Aktivsub mit 10″ Chassis zu spendieren (Kosten ca 200Euro pro Seite).
Gut, solange ich mit den Tops (Wetter und so) nicht weiterkomme, brauche ich über den Bau der Subwoofer gar nicht weiter nachdenken…

Durch etwas Recherche bin ich über den LD Systems Sub 88A ,ein 8″ Aktivsubwoofer für 199€, gestoßen.

Also das Teil einfach mal testweise bestellt, die Daten sowie der Preis klingen interessant.

Apros pros Daten:

  • Bandpass-Subwoofer
  • 2x 8″ Chassis in Compoundanordnung (Push/Pull)
  • 150W RMS Endstufe
  • untere Grenzfrequenz 40Hz
  • Einstellbarer Tiefpass 70-150Hz
  • eingebauter Limiter
  • Phasenwahlschalter 0/180°
  • max SPL 115dB (Freifeld)

An dem eingebauten Limiter sowie der Einspeisung des Musiksignals erkennt man, das der Sub eigentlich in Richtung PA geht, da er kein Cinch, aber dafür 6,3mm Klinke oder XLR akzeptiert (ggf Adapterkabel bei der Bestellung nicht vergessen!)

Die Frage ist, kann der schlanke (B20cm x T35cm x H60cm) Aktivsubwoofer die SB18 nach unten ergänzen? Wie schlägt sich das Teil bei Musik und im Heimkino? Reicht dafür die untere Grenzfrequenz von 40Hz? Fügt der Sub sich harmonisch zu den SB18 ein?
Klar ist, das der Sub keine Tiefstbass-Pegelmaschine ist (was auch bei den eingesetzen 8″ Chassis klar sein sollte)

Lieferumfang

Subwoofer, Faltblatt (Anleitung) sowie Netzkabel

Haptik / Verarbeitung

Das MDF Gehäuse ist sauber verarbeitet und bietet eine robuste Oberfläche (PA-Herkunft) abseits des Hochglanz-Trends aktueller Heimkino Aktivsubwoofer.
Der Bandpass verfügt über ein großes, auf beiden Seiten abgerundetes Bassreflexrohr, ein angebrachtes Gitter hindert neugierige Kinder daran, Autos und anderen Kleinkram im Subwoofer zu verstecken oder auf die sonst ungeschützte Elektronik zu fassen.

Achja, die Elektronik… Neugierig wie ich bin, hab ich den Aktiveinschub mal fix vom Gehäuse befreit um mal einen Blick auf die Verarbeitung werfen zu können. Zum Vorschein kam eine relativ sauber aufgebaute klassische Analogendstufe (Class AB), welche von einem Ringkerntrafo (!) versorgt wird – damit hätte ich bei dem Preis nicht gerechnet.

Hörerlebnis

Der Subwoofer durfte in meinem Wohnzimmer (ca 16m²) nun endlich zeigen, was in ihm steckt (sollte er sich gut verkaufen, wird noch ein zweiter Subwoofer angeschafft, so das jeder Satellit seine eigene Bassunterstützung hat).
Also fix mit dem DIY PreAmp  (zum Glück hatte ich beim Bau des Vorverstärkers ein Paar Extra-Cinchausgänge für etwaige Eventualitäten zusätzlich eingeplant 😉 ) und der Steckdose verbunden und los gings.

Bevor es aber tiefe Töne aufs Ohr gab, erstmal ohne Signal gelauscht, ob irgendetwas rauscht oder pfeifft…. Nix zu hören – erster Test bestanden.

Als erstes habe ich mittels einiger mir sehr bekannte Musikstücke den optimalen Aufstellungsort ermittelt sowie an den Einstellungen von Trennfrequenz und Pegel rumprobiert, bis der Bandpass sich harmonisch zu dem Pärchen SB-18 einfügte – Dauer ca 30-45 Minuten.

Als erstes gab es musikalisch auf die Ohren.. Ich möchte hier nicht jedes einzelne Lied besprechen (ist eh alles subjektiv), es gab ua Songs von

  • Rage Against The Machine (Rage against the Machine – Kickbass, Geschwindigkeit)
  • Jean Michel Jarre (Equinoxe Part 4 und 5 – Homogenität aller Lautsprecher, Sauberkeit des Basses)
  • Dire Straits ( Money for Nothing – Geschwindigkeit, Natürlichkeit)
  • Mothers Finest (Baby Love – Kickbass, Geschwindigkeit)
  • Heather Nova (Island – Natürlichkeit)
  • Depeche Mode (Wrong – Bassläufe)
  • Yello (Motion Picture – Tiefgang)
  • The Eagles (Hotel California live – Geschwindigkeit, Echtheit)
  • The Beastie Boys (Make some Noise – Tiefgang, Geschwindigkeit)
  • Catfish (Freighttrain – Natürlichkeit)
  • und zum Schluss ein Zufallsfund auf YouTube, ca 30 Minuten eines EDM Mixtapes 

in diversen Lautstärken, wobei dem Sub nie hörbar die Puste ausging (sprich der interne Limiter anfing zu begrenzen)

An Filmen hatte ich Ausschnittsweise folgende Blu-Rays im Player liegen:

  • Der Soldat James Ryan (Landung in der Normanie, letztes Gefecht in der Stadt)
  • The Transporter 1 bis 3 (div. Verfolgungsjagden, Kampfszene)
  • Star Wars Episode IV- VI remastered
  • sowie meine persönliche Bild und Ton Referenz The Art of Flight von Red Bull Media House

Auch hier schlägt sich der Subwoofer wirklich gut, wobei dem Tiefstbass-Fanatiker die untersten Hertz fehlen dürften, dafür spielt er überhaupt nicht aufgedickt/matschig oder dröhnig, wie es bei vielen anderen Fertigsubwoofern in der Preisklasse bis 400 Euro öfters der Fall ist, im Gegenteil, die beiden 8″ Chassis sind wirklich schnell.

Fazit

Der LD Systems Sub 88A ,ein 8″ Aktivsubwoofer für knapp 200€ – Kann das „klingen“ ?
Ok, guter Klang ist so eine Sache und eh generell sehr subjektives Empfinden. Und die Tatsache, das es sich um einen Subwoofer mit sehr begrenzten Frequenzbereich handelt, macht die Beurteilung nicht unbedingt leichter.

Aus diversen Hörsessions mit unterschiedlichsten Quellmaterial (diverse Musik wie auch Film) kann ich sagen, das der „kleine“ Aktivsubwoofer erstaunlich musikalisch und sehr schnell spielt und auch sehr gut mit den SB-18 harmoniert. Man merkt dem Sub jedoch seine PA-Herkunft an, grad bei Yello vermisste ich die unterste Oktave (was aber in meinem Fall als Mieter in einem 4 Parteienhaus vernachlässigbar ist).

Ich bin mit der Performance sehr zufrieden und werde das gute Stück behalten, wobei in nächster Zeit ein weiterer Sub 88A in meinem Wohnzimmer Einzug finden wird – nicht für mehr Pegel, sondern weil ich konsequentes Stereo favorisiere und so jede SB18 seinen eigenen Tiefstton-Unterbau bekommt.

6 Gedanken zu “Review : Aktivsubwoofer LD Systems Sub 88A

  1. Pingback: DIY : 18" Aktiv Subwoofer mit pfiffigen DSP Modul | Sypke.de

  2. Hallo Daniel,
    durch deinen Bericht bin ich als überzeugter Besitzer der SB18 nun auch mit dem LD88A ausgestattet. Ich kann sagen dass durch den Sub tatsächlich das entscheidende Quentchen Fundament dazu gekommen ist. Der Sub ist wirklich ideal als Ergänzung zur SB18. Ich betreibe die beiden mit einem Pioneer VSX922 und habe noch meine Einstellungen zu optimieren – und das sind im Falle des Pioneer reichlich viele. Ich schwanke noch zwischen SB18 als fullrange und limitiert auf 80 Hz. Die SB18 läuft schon alleine sehr gut und manchmal denkt man der SUB wäre schon an – je nach Aufnahme. Durch den SUB wird die SB18 vollends partytauglich – mein Wohnzimmer hat ca. 30 qm ! Aber auch Star Wars kommt genauso so wie ich es wollte. Du hast Recht mit der Aussage dass der SUB nicht sinnlos rumbrabbelt. Dies liegt sicherlich an der Größe der Bassmebranen und der PA-optimierten Auslegung. Gerade die tiefen Tom-Toms und Bassdrumkicks sind ein Genuss. In welcher Kombination hast du denn deine Lautsprecher denn laufen? Und ist der zweite SUB auch schon am Start? Ich vermisse jedenfalls im Moment keinen zweiten SUB – aber vielleicht kommt das noch, denn ich habe ebenfalls noch nicht meine Ständer für die SB18 gefunden. Soll ja auch gut aussehen.

    Gruß
    Matthias

  3. ok, ich habe gerade gelesen, dass du dich mit Größerem beschäftigst.
    Mit dem kleinen SUB bin ich allerdings auch schon zufrieden. hast du den LD88A NOCH?

    • Hallo Matthias,

      ja bei mir hat sich einiges getan – die SB18 sind verkauft und auch der LD88A wurde ersetzt. Aktuell denke ich aber wieder auf einem (bzw zwei) neuen Subwoofern drauf rum, jeweils 2×10″ pro Gehäuse und Raumecke. Damit bekomm ich die Raumakustik besser in den Griff (so hoffe ich doch) und der Antimode (Testbericht folgt) sorgt dann für einen ausgeglichenen Freqgang.

      Der LD88A steht aktuell nur rum und soll verkauft werden… Hast du Interesse? 2 Subwoofer sind besser als einer 😉

      • Hallo Daniel,
        der Testbericht klingt wirklich überzeugend, ich suche auch schon länger einen Sub als Hifi Ergänzung.
        Du schriebst du hast einen von den LD 88A übrig, sollte dieser noch zu haben sein würde ich dich bitten mir bescheid zu geben

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