Motto des Tages – Aktiv werden!

Schon seit längerer Zeit war ich nicht mehr wirklich mit meinem 2.1 System, welches an meinem Mac hängt, glücklich. Ok, es ist laut und Töne komme auch raus nur leider nicht so, wie ich es von meinen Lautsprechern im Wohnzimmer gewohnt bin.

Ok, für die rd 30 Euro, welches ich mal für das bisher eingesetzte Logitech 2.1 System ausgegeben habe, kann man wirklich keine Wunder erwarten. Es „basst“ und macht auch bei Bedarf Pegel aber wie gesagt, schön (für verwöhnte Ohren) ist anders.

Also was tun?

PC Lautsprecher im Eigenbau

Als Bastler kommt mir natürlich als erstes der Selbstbau in den Sinn, die üblichen Verdächtigen wie zB der DIY Lautsprecherguru Udo Wohlgemuth bieten im Internet auch für den Einsatz am Rechner hochwertige (und magnetisch geschirmte) Passivlautsprecher als Bausatz an, welche sicherlich auch sehr gut klingen… Aber wieder

  • Holz zuschneiden lassen
  • alles zusammenleimen
  • Ausschnitte sägen/fräsen
  • Frequenzweiche aufbauen
  • Optik entsprechend ausführen (lackieren/bekleben…)
  • alles ein- bzw zusammenbauen

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Zusätzlich müsste ich mir noch einen guten und ca 2x20Watt RMS starken Verstärker kaufen, der auch wieder Platz auf dem Schreibtisch wegnimmt und zusätzlich Kosten verursacht.

Und der finanzielle Einsatz? Möchte man sich (klanglich) bessere Lautsprecher für den heimischen EDV Arbeitsplatz bauen kommen schnell (also Bausatz, Holz, Optik und natürlich Stereo-Endstufe) 200-300Euro zusammen. Von der investierten Freizeit wollen wir mal nicht sprechen…

Ok, die DIY Lösung fällt flach, mir fehlte einfach der Antrieb und die Lust nach dem Bau des 18″ Subwoofers wieder die Stichsäge / Oberfräse in die Hand zu nehmen und Holzstaub zu atmen..

Studiotechnik im Büro – der Aktivmonitor als PC Lautsprecher

Die Lösung lag wie so oft näher als ich dachte. Durch den ein oder anderen Thread in Internetforen mit dem Themenschwerpunkt Hifi kam ich recht zügig auf den Trichter es doch einfach mal mit aktiven Studiomonitoren zu versuchen.

Klarer Vorteil ist die klanglich (meist) neutralen Abstimmung, welche meinem Hörgeschmack (ich bin kein Freund von Lautsprechern mit Eigenklang, gern auch als „gesoundet“ bezeichnet) sehr entgegen kommt. Dazu kommt der bereits eingebaute und auf den Lautsprecher perfekt abgestimmter Verstärker – perfekt! Warum ist mir das nur nicht früher eingefallen?

Die eigentliche Herausforderung begann aber nun damit, den für mich passenden (und gut klingenden) Monitor rauszusuchen… Aktivmonitore gibt es in allen Größen, Qualitätsklassen (klanglich wie auch haptisch) sowie natürlich Preiskategorien. Da ich mich vorher mit diesem Thema nie befasst habe stand ich wie der sprichwörtliche „Ochs´ vorm Berg“. Also erstmal schnell ein Lastenheft erstellt :

  • Preis 200-300 Euro (für das Paar)
  • 5″ – 7″ Tiefmitteltöner der einen Einsatz eines Subwoofers erübrigen soll
  • nicht zu große Stellfläche (es sollen ja außer den Monitoren und dem Mac noch andere Gegenstände auf dem Schreibtisch Platz finden)

IMG Stage Line SOUND-65/SW

Meine Wahl fiel recht schnell auf einen Monitor von IMG Stageline (Hausmarke von Monacor für Profi-PA und Studio-Equipment) und zwar auf das Modell SOUND-65/SW . Woher kam die schnelle Entscheidung?

Die Lösung ist simpel, durch etwas Glück konnte ich diese Lautsprecher  gebraucht bekommen (150Euro/Paar 🙂 ) – sie waren aus einer Studioauflösung mit leichten Gebrauchsspuren jedoch technisch einwandfrei… Und bei einem Stückpreis von 75 Euro habe ich einfach zugeschlagen und sie in der Hoffnung blind gekauft, das die Teile auch richtig gut klingen…

…und das tun sie definitiv. Sicherlich fallen die hochwertig gefertigten und mattschwarz lackierten Lautsprecher etwas größer als geplant aus aber der unschlagbare Preis lässt hier über die ein oder andere Einschränkung hinweg sehen und auch die Gebrauchsspuren halten sich im Rahmen (man muss schon suchen).

Ein paar technische Daten zum Sound 65/SW:

  • Bassreflex-Gehäuse aus MDF
  • 16cm Tiefmitteltöner, 25mm Seidenkalotte
  • 50W RMS Verstärker (20W für HT und 30W für TMT)
  • Regler für Gain und Hochton-Pegel (-2dB…+1dB)
  • Wahlweise XLR, 6,3mm Klinkenstecker (symmetrisch) bzw Cinch Eingang (unsymmetrisch)
  • Frequenzgang 42Hz – 20kHz
  • Gewicht rd. 8kg
  • Abmessungen (B)23cm x (H)32,5cm x T(27,5cm)

Ein Blick auf die Rückseite zeigt einen selbsterklärenden Aktiveinschub…

Und auch die Innereien wissen zu überzeugen – Ringkerntrafo und sauberer (sowie penibel nach außen abgedichteter) Aufbau…

Und der Klang?

Nachdem ich mir ein paar Ständer für die Monitore „auf die schnelle“ gebaut hatte, ging es an den Klangcheck. Und was ich dann gehört habe, gefiel mir auf Anhieb 🙂

Die Lautsprecher ermöglichen eine sehr gute räumliche Wiedergabe und der Klang löst sich (entsprechendes Musikmaterial vorrausgesetzt) komplett vom Lautsprecher. Dank der wandnahen Aufstellung erzeugt der 16cm TMT ein sattes Bassfundament, welches zwar mit ca 50Hz nicht sehr tief reicht (merkt man gut bei Aufnahmen von Yello) aber sehr konturiert und ausgewogen spielt, ohne aufgedickt zu wirken.
Der maximal erreichbare Pegel ist grad im Nahbereich zu viel des Guten, die Teile können Musik/Filmton wirklich laut und dabei unverzerrt wiedergeben.
Der IMG Stageline gibt jede Art von Musik sehr neutral wieder und es kamen hier und da Details zum Vorschein, die ich so (auch mit meinen SB18 im Wohnzimmer) noch nicht wahrgenommen hatte…

Für mich war nach kurzer Zeit des Hörens klar, das der Aktivmonitor zu dem von mir erstandenen Preis ein absoluter Schnapper war und auch seinen regulären Preis von rd. 260Euro/Paar mehr als Wert ist. Ich kann diesen Lautsprecher nur empfehlen und zwar für den PC Arbeitsplatz (die Chassis sind magnetisch geschirmt) wie auch für den Einsatz im Wohnzimmer.

Weitreichende Konsequenzen

Der Kauf der Monitore aus dem Haus Monacor stimmte mich aber auch nachdenklich. Ich muss gestehen, ich hatte bis jetzt Aktivmonitore aus dem Studiobereich nie auf der Pfanne wenn es um die Auswahl von Lautsprechern für die gute Stube ging.
Aber wenn ein Paar Aktivlautsprecher für 250Euro schon so eine überzeugende Performance abliefert, wie sieht es dann klanglich erst im Bereich von 800-1000Euro aus?
Würde es sich lohnen, die vorhandenen passiven SB18 samt DIY Digitalendstufe durch ein Pärchen Studiomonitore zu ersetzen? Oder taugen solche Lautsprecher nur für das Nahfeld?

Es sei schon soviel verraten: Meine lieb gewonnenen Selbstbau-Lautsprecher müssen sich demnächst einigen Vergleichstests stellen – mehr dazu in den nächsten Tagen.

5 Gedanken zu “Motto des Tages – Aktiv werden!

    • Hallo Stefan,
      es gibt keine dummen Fragen… 😉 Ich nutze zur Zeit ein Adapterkabel von 3,5mm Klinkenstecker (kommt in den LineOut vom Mac) auf Stereo-Cinch. Das war es schon 🙂
      Die symmetrischen Eingänge (6,3mm Klinkenstecker sowie der Eingang via XLR) von den Lautsprechern liegen zur Zeit brach.

      Es ist geplant mal testweise die Verkabelung „iMac(optischer Audioausgang) -> Lichtwelle -> externer DAC -> Cinchkabel -> Aktivmonitor“ zu testen. Die interne Soundkarte vom iMac soll nicht die beste sein und ein externer, kleiner aber gut klingender DAC kostet nicht die Welt.

    • Hallo Timo,
      gute Frage, leider kann ich aus der Ferne nicht beantworten wie a) hochwertig der eingebaute DAC vom TV ist und b) die Lautsprecher in der Lage sind die Klangverbesserung (wenn vorhanden) auch „hörbar“ zu machen.
      Da hilft nur ausprobieren – wenn das Teil klanglich nichts bringt, kannst du ihn ja auf Lager legen oder zurück schicken.

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