DIY : Hifi Rack im Selbstbau

Schaut man sich die letzten Wochen das Wetter an, bekommt man schnell das Gefühl, das der Frühling dieses Jahr wohl ausfällt. Was liegt also näher als ein kleines Bastelprojekt umzusetzen, welches einen Bezug zu Hifi hat, kostengünstig ist und in der Wohnung umgesetzt werden kann….

Die Aufstellung meiner Hifi Komponenten ist zur Zeit eher zweckmäßig und bietet daher deutlich Raum für Verbesserungen. Darüber hinaus denke ich momentan intensiv darüber nach, mir wieder einen Plattenspieler zu kaufen, welcher dann auch eine ordentlich stabile und resonanzarme Basis benötigt. Da kam dann die Idee – ich baue mir mal „fix“ ein Hifi-Rack.

Bereits vor Jahren (so ca 1999) hatte ich den TNT FleXy Table* nachgebaut, welcher eine gute Stabilität mitbringt und vom Arbeitsaufwand her überschaubar ist.

Aufstellung der Hifi Anlage VOR dem Bau des Racks

 

Dieses Mal sollte es vom Design aber anders werden, jedoch ebenfalls sehr günstig und einfach (in der warmen Wohnung) umzusetzen…

Das Design

Im Kopf hatte ich die Idee eines klassischen Racks, welches über einen Trägerrahmen verfügt. Auf diesem Rahmen ruhend (natürlich entkoppelt) liegen dann die Böden (Basen), auf welche dann schließlich die Hifi-Komponenten gestellt werden.
Damit die Ausrichtung in Waage (über höhenverstellbare Spikes – extrem wichtig wenn später ein Plattenspieler kommt) einfach von statten geht, entschied ich mich für 3 Auflagepunkte auf dem Fußboden.

Da die Basen (=Einlegeböden) mitunter verhältnismäßig schwer ausfallen können, muss der Rahmen über eine hohe Festigkeit bzw. Steifigkeit verfügen.

Da das Rack unter dem Fernseher stehen soll, sind mehr als 3 Böden nicht umsetzbar.
Von der Farbgestaltung her soll das Rack den schwarz/weiß Look des Wohnzimmers konsequent weiterführen.

Das Material

Als (Bau)Material kommt eigentlich nur Holz in Frage. Bei der Entscheidung ging es weniger um klangliche Eigenschaften (klingen Racks?) sondern einfach um die Umsetzbarkeit in der Wohnung mit möglichst geringen Werkzeugeinsatz.

Für den Rahmen habe ich mich für Profilholz (Länge im Baumarkt 95cm) aus Buche massiv entschieden. Buche ist ein sehr hartes Holz und besitzt eine hohe Festigkeit – es können direkt Gewinde ins Holz geschnitten werden.

Für die Einlegeböden greife ich auf das umfangreiche Angebot eines schwedischen Möbelhauses zurück. Die zukünftigen Basen hören auf den Namen „LACK“ und wurden ursprünglich als Beistelltisch vorgesehen, wobei ich nur die Tischplatte brauche und der Rest entsorgt wird.
Hält man die Tischplatte (55cm x 55cm, Höhe 5cm)  in der Hand merkt man am Gewicht (sowie am Klopfgeräusch), das die Platte innen hohl (besser gesagt mit einer Wabe aus Pappe versteift) ist – bestens geeignet also für eine Sandfüllung. Das erhöht nicht nur das Gewicht (und die Resonanzarmut) der Platte, sondern hat auch eine dämpfende Wirkung.

Die Zeichnung

Die Maße des Hifi Racks waren grob schon vorgegeben. Einmal durch die Abmessungen von der LACK Tischplatte (55cm x 55cm) und einmal durch die Höhe meines Fernsehers. Welcher an der Wand hängt. Das Maß Zwischenboden <-> Fußboden ergibt sich aus der Höhe meiner Hifi Komponenten.

PS : Das die Böden nach vorne „rausstehen“ ist so gewollt und kein Konstruktionsfehler. Wen das stört muss die Stückliste bzw Zeichnung entsprechend anpassen.

Die Stückliste

Die Stückliste bezieht sich auf „mein“ Rack mit 3 Böden und einer Höhe von 55cm. Bei abweichenden Maßen bzw Anzahl der Böden muss diese natürlich entsprechend angepasst werden.

  • 6 x Profilholz Buche 25mm x 25mm x 950mm (Baumarkt)
  • 12 x Holzschrauben 6×80 (Baumarkt)
  • 3 x Beistelltisch LACK (Ikea – Farbe nach Geschmack)
  • 3 x Abdeckkappen weiß (aus dem Möbelbau)
  • ca 45kg Sand (getrocknet!)
  • 9 Entkopplungselemente (Oehlbach Shock Absorber)

Optional :

  • 3x Selbstbauspikes für die Entkopplung vom Fußboden
  • Farbe nach Geschmack – in meinem Fall Aqua Combi-Clou Lack-Lasur schwarz

Die Kosten meines Racks belaufen sich inkl. der Spikes, der Enkopplungselemente und der Lack-Lasur auf ca 75 Euro.

Die benötigten Werkzeuge

Die benötigten Werkzeuge sollten in jedem besseren Werkzeugkoffer/Bastelkeller vorhanden sein, deren Anzahl ist überschaubar.

Benötigt wird : Akkuschrauber – Säge mit Gehrungslade – Bohrer in unterschiedlichen Durchmessern – Kegelsenker – Schrauberbits (passend zu den eingesetzten Schrauben) – Maßband – Anschlagwinkel – Bleistift – Trichter – Schleifpapier (180er Körnung) – Holzleim

Der  Zusammenbau

Ich denke mal, das die Fotos selbsterklärend sind und so keine Fragen offen bleiben – wenn doch ->  Kommentarfunktion.

Ich habe mit dem Bau vom Gestell angefangen.  Als erstes habe ich die Bucheleisten auf die benötigten Längen gebracht (3x 55cm ; 3x 57cm ; 3x40cm), danach wurden die benötigten Verbindungslöcher gebohrt (Genauigkeit beim Anzeichnen ist Pflicht!). Zum Schluss habe ich mit dem Schleifpapier die doch recht scharfen Kanten vom Bucheholz gebrochen und auf der Unterseite der Füße ein M8 Gewinde (für spätere Nutzung von Spikes) eingebracht.
Alles nach Plan zusammenschrauben – schon fertig. Wer auf Nummer Sicher gehen möchte, kann den Rahmen zusätzlich verleimen (wobei die Schrauben dank Bucheholz den Rahmen auch ohne Leim bombenfest zusammenhalten).

Holzschrauben in der Größe 6×80 halten das Grundgestell bombenfest zusammen

Genaues Anzeichen ist Pflicht


Vorbereitet für die Aufnahme der DIY Spikes


Der Rahmen ist fertig

Sollte der Rahmen farblich geändert werden, ist jetzt ein guter Moment um mit dem Rahmen (und etwas Farbe, Beize…) vor die Tür zu gehen. Ich habe mich für schwarze (Ebenholz) Beize entschieden, welche zweimal mit einem passenden Pinsel aufgetragen wurde – Zwischenschliff nicht vergessen.


Grundrahmen lackiert in schwarz

Nun sind die LACK Tische ähm… Basen dran, wobei die Arbeitsschritte überschaubar sind. An der späteren Rückseite (welche später vom Betrachter weg zeigt) werden zwei ca 20mm durchmessendes Loch gebohrt.


Einfüllloch für den Sand, Topfbohrer (20mm) und Stopfen (30mm)

Da das Lackregal (für eine gewisse Steifigkeit) innen mit einer Pappe in Wabenform „gefüllt“ ist, muss diese als erstes mit einem langen, stabilen Gegenstand perforiert werden. Ich habe dazu eine M10 Gewindestange genommen und damit ordentlich im Innenraum vom LACK „rumgepopelt“. So kann sich der Sand optimal verteilen.


Pro LACK verschwinden 15kg Sand im Inneren

Danach kann LACK mit Sand gefüllt (zwischendurch mal leicht schütteln, damit sich der Sand gut im Inneren verteilt) werden. Zum Schluss wird das Loch noch mit einer Abdeckkappe und Holzleim (lieber etwas mehr als zu wenig!) verschlossen. Achtung: dem Leim genug Zeit zum Abbinden geben, sonst hält er nicht lange.
Tip : Ich habe als Sand Vogelsand von Edeka verwendet. Mit 49Cent/2,5kg die günstigste Lösung, die ich finden konnte. Darüber hinaus ist der Sand bereits staubtrocken, so das ein Trocknen entfällt.


Verschluss des Einfüllloch mit Abdeckkappen aus dem Möbelbau

Als letzter Akt wird das lackierte Grundgestell am Wunschort aufgestellt. Die Basen werden aber nicht einfach auf den Rahmen gelegt sondern mittels den Oehlbach Shock Absorbern vom Rahmen entkoppelt – erschütterungsempfindliche Technik wie Plattenspieler werden es danken.

 

 

 

Das wars! Bei mir hat der komplette Bau (ohne Trockungszeit der Farbe) keine 4 Stunden gedauert.

Mögliche Modifikationen

Der Nachbau des Racks bietet je nach Designwünschen und Materialeinsatz nahezu unendlich viele Modifikationsmöglichkeiten. Hier ein paar Vorschläge zum tweaken und pimpen:

  • Ersetzen der sandgefüllten LACK Basen durch Steinzeug (Schiefer / Marmor Platten)
  • Füllung der LACK Böden mit Bleischrot
  • Entkopplung der Basen vom Rahmen durch Spikes
  • Trägerrahmen aus Aluminium oder Stahl

Hinweis : Der Nachbau geschieht natürlich auf eigene Gefahr….

22 Gedanken zu “DIY : Hifi Rack im Selbstbau

  1. Hallo,

    bin über Google auf dieser Seite gelandet, da ich auf der Suche nach einem „einfachen“ aber schönen Hifi Rack bin. Ich finde Deine Anleitung super und bin begeister von dem Ergebnis.

    Ich hätte nur eine Frage:
    Mit welchem Programm hast Du denn die Pläne gemacht? Mein Rack soll noch ein paar Basen mehr bekommen und ich würde mir das auch ganz gerne so aufzeichnen.

    Vielen Dank und Respekt für die Leistung!
    Philippe

    • Moin Philippe,

      freut mich das dir der Bauvorschlag gefällt 🙂
      Das Programm heisst Inkscape und ist ein Vektor-Zeichenprogram (ähnlich Corel Draw, aber kostenlose Open Source Software), welches für Windows und MacOS erhältlich ist…

      Wünsche dir viel Erfolg mit dem Nachbau, evtl magst mir ja ein Bild vom fertigen Rack zuschicken, dann kann ich es hier zeigen 😉

      Gruß
      Daniel

      • Kann ich gerne machen, ich muss nur schauen ob ich eventuell dickeres Profilholz nehmen soll. Mein Rack soll 5 Basen bekomm und ich habe irgendwie etwas Bammel, dass das 2,5 Profilholz dann doch nachgibt. ^^ Ich meld mich auf jeden Fall nochmal.

  2. Moin sagen!

    Das wollte ich erst schon im Hifi-Forum posten, hab’s aber zu spät gesehen: Ist ja spitzenmäßig geworden! Ich mag das auch sehr, wenn alles schön schlicht ist und die Streben am besten unsichtbar sind.

    Vielleicht solltest du das Ding mal bei http://www.ikeahackers.net einsenden. Kleine Erklärung dazu und ich bin sicher, dass das viele Leute inspirieren wird.

  3. Hallo,

    habe deine Anleitung über Google gefunden und bin sehr begeistert! Das Design hat auch soweit die Bewertung meiner Freundin überlebt 🙂 und ist damit zum Nachbau freigegeben.
    Eine Frage hätte ich aber noch: Kippeln die Böden wenn man hinten auf die ungestützte Ecke drückt, oder besser gesagt liegen die Böden satt auf ohne das etwas wackelt? Meiner Meinung nach sieht alles stabil aus (Stabilität durch Masse), besagte Freundin zweifelt ein bisschen.

    Grüße
    Markus

    • Hallo Markus,
      bei mir kippeln die Böden nicht, da sie nicht direkt auf dem Rahmen aufliegen, sondern durch die im Beitrag verlinkten Oehlbach Shockabsorber vom Rahmen entkoppelt sind (3 Punkt Auflage – da wackelt/kippelt nichts 😉 )

  4. Hallo Daniel,

    bin auf dein tolles DIY-Rack gestoßen und jetzt dabei es – an meine Bedürnisse angepasst – ebenfalls zu bauen. Allerdings stehe ich vor ein paar Problemen:
    Wie hast du denn die Löcher in die Stirnseiten gebohrt? Ich habe leider keinen Schraubstock und keine Standbohrmaschine hier 🙁
    Wenn ich schon dabei bin, mit welchen Durchmesser hast du denn gebohrt? Die Empfehlung von SPAX sind 4 mm bei 6 mm-Schrauben, was mir ein wenig klein erscheint angesichts des recht harten Holzes.
    Die Etiketten auf den Leisten haben Klebereste hinterlassen, bekomme ich das mit Nagellackentferner weg?

    Vielen Dank schonmal,
    Daniel (ebenfalls ;))

    • Moin Daniel,
      also den Empfehlungen von Spax kannst du schon glauben, die restlichen 2mm sind für das Schneidgewinde und da macht das harte Holz nichts aus.
      Die Löcher habe ich per Akkuschrauber in die Stirnseiten gebohrt, die Hölzer waren dazu in einen Schraubstock eingespannt.

      Versuch mal, die Etiketten bzw den Kleber mit einer scharfen Cutter-Klinge (Teppichmesser, Vorsicht scharf!) abzukratzen, ansonsten sollte es auch Terpentin-Ersatz oder Waschbenzin tun.

      Gruß und weiterhin viel Spaß beim Basteln.

  5. Hallo Daniel, erst einmal kompliement für deine tolle Idee aus wenig und einfachen dingen So ein tolles Hi-fi Rack zu zaubern.

    Meine Frage lautet, wie viele Löcher bohrst du in die Tischseite um den Sand ein zufüllen? und könnte man die böden auch mit komponentenkleber DIREKT auf den rahmen kleben?

    Ich möchte es unbedingt nachbauen:)

    • Moin Marco,

      Ich habe 2 Löcher pro Boden mit einem Forstnerbohrer für die Sandfüllung gebohrt.
      Die Böden kannst du natürlich auch mit dem Rahmen verkleben, allerdings geht dir dann die Entkopplung Boden-Rahmen verloren.

  6. Moin und vielen Dank für deine schnelle Antwort.

    Du bohrst dann sicherlich die Löcher mittig 10-20cm versetzt richtig?

    Ich danke Dir für die tolle inspiration.

    Grüsse aus Flensburg

    • Moin Marco,
      da die Löcher ja nach hinten zeigen (also nicht sichtbar sind) habe ich bei der Positionierung nicht soviel Aufwand betrieben 😉
      Aber mittig sollten sie schon sein.

  7. Hallo Daniel, konnte dein Werk schon im Hifi-Forum begutachten. Eine Frage habe ich zu den Absorbern. Die Absorber sind ja 53mm im Durchmesser, hast du die auf 25mm verkleinert oder schauen die über das 25mm Profilholz drüber? Ich will das ganze mit Alu-Profilleisten und 10mm EGS-Glas realisieren und da sieht das bestimmt nicht gerade schön aus wenn die Absorber drüber schauen.

    Vielen Dank für deine Antwort

    Gruß Jens

  8. Hei, auch wenn der Berich schon ein paar Jahre alt ist. Das Rack ist, spitze!!! Und ich habe es voller Elan mit vier Einlegeböden und Naturbirke nachgebaut! Sieht genial aus! Auch der WAF stimmt, bzw. sie strahlt.
    Nur ein kleines Problem habe ich, und deshalb die Frage: Mein Gestell wackelt, obwohl die Verschraubung bombenfest ist, ziemlich, bzw. ist in sich nicht sehr verwindungssteif. Hast du zur Stabilisierung noch irgendwelche horizontalen Winkel eingezogen oder war das bei dir nicht nötig?

    Dank & Gruß, T.N.

    • Moin Tibor,
      nein, Winkel etc habe ich nicht verwendet. Wichtig ist halt Buchenholz zu nehmen (kein Weichholz wie zB Kiefer) damit du die Stabilität bekommst. Ansonsten habe ich das Rack gebaut wie beschrieben.

      Gruß

  9. Moin,
    ich bin auch gerade beim Bauen, mir ist folgendes passiert:
    Die Pappfüllung habe ich so „gut“ zusammengeschoben, dass ich beim Befüllen mit Sand mehr reinbekommen habe als gewollt…
    Jetzt sind die Flächen nicht mehr eben, sondern ballig, also ausgebeult…

    Also, beim Zusammenschieben des Inneren der Tischplatte ruhig etwas stehen lassen, damit Ober- und Unterseite eben und parallel bleiben

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