15. November 2020

Neue 3D Drucker braucht das Land

Was macht man, wenn die Filament-Rolle leer ist? Natürlich neues kaufen - gut wenn dann auch gleich ein neuer 3D Drucker mit dranhängt 😉

Naja, so in etwa..... Nachdem mein Anycubic I3 Mega von den druckbaren Dimensionen immer öfter an seine Grenzen gekommen ist (oder meine Ausdrucke immer größer wurden), war es an der Zeit, über ein Drucker-Upgrade nachzudenken.

Hallo Artillery Sidewinder X1

Während vor zwei Jahren der Anycubic in der Preisregion bis 400Euro das Maß der Dinge darstellte, wollte ich jetzt (nicht zuletzt wegen der Empfehlung eines Arbeitskollegen und den zig guten Reviews im Internet) den Artillery Sidewinder X1 ** ausprobieren, welcher mit 300x300x400mm ( X / Y / Z) auch einen amtlichen Bauraum mitbringt.

Sidewinder X1 Zusammenbau

Wie auch der I3 Mega kommt der Sidewinder X1 sehr gut verpackt in einem erstaunlich großen (und schweren) Karton nach Hause. Einmal geöffnet wird schnell klar, dass der "Zusammenbau" (sofern man das so nennen möchte) zügig erledigt sein sollte, da fast alles vormontiert ist.

Wie bei Anycubic muss noch der Rahmen mit der X und Z Achse montiert werden, vier Schrauben + Scheiben später war es das auch schon mit der Montage.

Jetzt noch die Verkabelung komplettieren und es kann eigentlich schon losgehen. Auffällig ist, das Artillery (was für ein Herstellername *g*) wo es geht auf stabile Flachbandkabel setzt, welche auch als Ersatzteil beiliegen. Reine Vorsicht oder ist Kabelbruch vorprogrammiert? Die nächsten Monate werden es zeigen.

Druckzubehör ?

Während für die Montage alles wichtige an Zubehör dabei ist (sogar einen richtigen Gabelschlüssel mit Maulweite 8 und 10 wurde beigelegt), sucht man Zubehör für den 3D Druck Alltag umsonst. Während der I3 mit einem Seitenschneider, Spachtel, Pinzetten.... punktete, so muss man beim Sidewinder, sofern noch nicht vorhanden, alles zusätzlich erwerben.

Naja, immerhin ist der Filament-Halter kugelgelagert und thront platzsparend auf dem Rahmen der Z-Achse. Ein paar mech. Ersatzteile (Schrauben, Kugellager, Nozzle) sind mit beigefügt.

Runde Sache - Kugellager sorgen für eine reibungsarme Filamentzufuhr

Sidewinder X1 Aufstellung + Levelling

Während der Anycubic eine Standfläche von gut 42cm x 42cm (+ Rollenhalter) benötigt, braucht der X1 schon etwas mehr Platz - dank der 300x300cm Druckplatte sind es 40cm x 55cm. Natürlich ist bei beiden Druckern noch zu beachten, dass das Druckbett noch ein gutes Stück nach hinten fährt, also auch hinter dem Drucker entsprechend für ausreichend Platz zu sorgen ist.

Nach dem Einschalten fällt auf, dass der Netzteil (nehme ich mal an) Lüfter dauerhaft dreht, dabei ist er nicht wirklich laut aber von "silent" auch klar entfernt.

Das Menu des 3D Druckers ist klar strukturiert, der farbige Touchscreen angenehm empfindlich. Feine Sache! Jetzt schnell an die mechanische Einrichtung gehen...

Das Bett-Leveling ist etwas anders gestaltet als beim I3 und erinnert mehr an einen Creality CR10. AutoLeveling bringt auch der Sidewinder X1 ab Werk nicht mit, aber geschenkt - so oft macht levelt man ja eh nicht.

Dank bereits montierter großer Einstellräder unter dem Bed ist das leveln eine Sache von wenigen Minuten, ich habe mit dem Levelpapier des Anycubics das Druckbett eingestellt.

Sidewinder X1 Inbetriebnahme und erster Druck

Dem Artillery Sidewinder X1 liegt ein USB-Stick bei (jawohl, neben einem microSD Slot kann der X1 auch von USB Devices drucken), welcher neben dem Programm "Repetier Host" (nutzt wahlweise als Slicer Cura oder Slic3r) auch ein fertig geslicten Demowürfel zum sofort ausdrucken beinhaltet.

Also Filament geladen und es geht los. Dank 230V Heizbett ist die benötigte Temperatur schnell erreicht und der Drucker beginnt überraschend geräuscharm.

Die ersten Ausdrucke, die ich noch am gleichen Abend angefertigt habe, geben mir soweit keinen Grund zum mosern, wobei im Laufe der Zeit die Druckprofile des Slicers wohl noch im Detail angepasst und verbessert werden.

Fazit Artillery Sidewinder X1

Preislich liegt der Artillery Sidewinder X1** ungefähr dort, wo der Anycubic I3 Mega vor zwei Jahren gelegen hat, wer in China kauft und entsprechend Wartezeit aufbringen kann, kann nochmal deutlich sparen - erst recht, wenn mal wieder eine Gutschein-Aktion bei den üblichen verdächtigen Asia-Plattformen für den Drucker angeboten wird.

Anycubic I3 Mega und Artillery Sidewinder X1 im direkten Größenvergleich
Anycubic I3 Mega und Artillery Sidewinder X1 im direkten Größenvergleich

Der Sidewinder X1 hinterlässt einen sehr guten ersten Eindruck bei mir und ich denke, es wird ein würdiger Erbe meines I3 Mega, welcher jetzt in einem anderen Haushalt tut, was ein 3D Drucker eben tun muss 🙂

Als Käufer bekommt man schon wirklich viel Haptik, Bauraum und Technik fürs Geld und soweit kann ich den Drucker absolut empfehlen. Sollte sich in naher Zukunft was ändern, ich neue Erfahrungen sammeln etc. pp, dann werde ich natürlich hier im Blog davon berichten. Ihr kennt das ja 🙂

Tuning-Potential ?

Erstaunlicherweise gibt es erstmal nichts, was ich an dem Drucker verändern werde, obwohl - es müsste besser "fast nichts" heißen, denn auf Rat des Arbeitskollegen habe ich mir gleich einen Metall Extruder Spann-Arm** bestellt, da der im Original verbaute und aus Plaste bestehende Arm doch einen sehr instabilen Eindruck hinterlässt.

Hm, sonst irgendein Handlungsbedarf? Ich finde es ärgerlich, das der Netzteil(?) Lüfter im Sidewinder X1 immer läuft. Obwohl er nicht wirklich laut ist, wäre eine temperaturgesteuerte oder sehr leise Ausführung schon sehr nice. Wir werden sehen, wie lange ich den originalen Lüfter drin lasse 🙂

Hinweis :

** = Amazon Affiliate Link

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