Geschlossener Subwoofer mit 2x 30cm Basschassis – der Versatower

Nachdem ich mit dem Antimode 8033 S-II und meinem 18″ DIY Subwoofer so gute Erfahrungen gemacht hatte fragte ich mich, wie sich der schon sehr gute Bass noch etwas steigern liesse….

Hinweis : Bei diesem Artikel handelt es sich um ein weiteres Fundstück aus der Asservatenkammer (glaube von 2013), welchen ich zu schade für den virtuellen Papierkorb finde – evtl findet sich ja doch ein Nachbauer 😉

Zum einen wurmte mich noch das ausgeprägte Loch im Frequenzgang um die 50Hz, zum anderen wollte ich wissen, wie ein zweiter Subwoofer (in der anderen vorderen Raumecke) sich auf die Basswiedergabe und die Raumakustik auswirkt.
Weiterer positiver Nebeneffekt : Mit 2 Subwoofern wäre der Anfang für ein sog. Single Bass Array (SBA) gemacht mit der Option, später auf einen Double Bass Array (DBA) auszubauen.

Und wieder die Frage nach „dem“ Subwoofer

Der 18″ Subwoofer hat dank Antimode deutlich an Präzision (und Tiefgang!) gewonnen und überzeugt nun auf ganzer Linie – aber noch einen zweiten Sub in dieser Größe bauen? Das Gehäuse ist mit 75l dank GHP Bauweise zwar relativ kompakt (für ein Subwoofer mit 46cm Chassis), durch die Außenmaße von 50x50x46cm aber eher unhandlich.

Bevor ich mich im Internet nach passenden Chassis und Bauvorschlägen umsah, machte ich mir erstmal Gedanken, was ich überhaupt bauen will…. Pro Seite 1×15″, 2×30 oder gar 4x 10″ Chassis? Wieder mit geschlossenem Gehäuse oder doch Bassreflex? Oder mal einen Bandpass ausprobieren?

Ich entschied mich wieder für ein geschlossenes Gehäuse, da ich mit meinem aktuellen GHP in der Wiedergabe wie gesagt sehr zufrieden bin. Ultrapräzise, kontolliert, staubtrocken und auf den Punkt, dabei (dank Lift-Modus des Antimode) sehr tief spielend mit Pegelreserven (wenn auch für Heimkino durchaus mehr drin sein könnte 😉 )

Nach etwas Recherche im Internet und der ein oder anderen Simulation mit WinISD blieb ich beim Versacube hängen, ein Subwooferdesign mit günstigem Mivoc 30cm Basschassis, erdacht vom Hifi Selbstbaumagazin Klang&Ton.

Da für mich aber von vorn herein klar war, das ich pro Seite 2 12″ verbauen wollte, wollte ich nicht 4 einzelne Gehäuse nach dem Bauplan des Versacubes bauen, sondern gleich ein große Behausung, welche beide Chassis aufnehmen kann. So entstand die Idee des Versatowers

Versacube+Versacube =  Versatower!

Das Gehäuse war schnell skizziert, es hat fast die gleichen Maße wie zwei aufeinander gestellte Cubes. Auf ein gemeinsames großes Volumen für beide Chassis habe ich jedoch verzichtet – nicht zuletzt weil der so benötigte Innenteiler das Gehäuse zusätzlich versteift.
Von außen misst das Gehäuse (B) 37cm x (T) 37cm x (H) 72cm , innen entstehen so die gewünschten Kammern mit je ca. 35l netto.
Im Vergleich mit meinem 18″ GHP Subwoofer ist der Tower von der Standfläche her in jede Richtung gut 10cm schmaler, der Einsatz von zwei Chassis übereinander lässt den Sub noch einmal schlanker wirken.

Als Holz habe ich Spanplatte roh in der Stärke von 22mm verwendet, der Zusammenbau der zugeschnittenen Platten erfolgte mit Holzleim und Spanplattenschrauben 4x50mm. Da das verleimen/verschrauben von 6 Platten meiner Meinung nach selbsterklärend ist, habe ich den Zusammenbau der Tower nicht weiter fotografisch dokumentiert 😉

Der zum Bau eines Towers benötigte Holzzuschnitt besteht aus folgenden Platten (MDF oder Spanplatte, 22mm stark)

  • 3x   330mm x 330mm   (Deckel / Boden / Innenteiler)
  • 2x   330mm x 720mm   (Seitenteile)
  • 2x   374mm x 720mm   (Front und Rückseite)

Wer möchte kann natürlich noch zusätzlich Verstrebungen zur zusätzlichen Versteifung der Gehäusewände einbringen, ggf. ist dann das Innenvolumen anzupassen.

PS : Um bei der Beschaltung der 4 Mivoc-Bässe möglichst flexibel zu sein, habe ich jedem Chassis sein eigenes Anschlussterminal spendiert. So sind durch Parallel- bzw Reihenschaltung unterschiedliche (und zum Verstärker passende) Impedanzen möglich.

Thema Optik : Da ich mir noch nicht schlüssig bin, wie ich die Optik der beiden Versatower gestalten werde, habe ich sie erstmal (augenfreundlich) mit Abtönfarbe matt weiß lackiert. Das ist zwar auch nicht wirklich chic, sieht aber auch nicht nach Provisorium a la Spanplatte roh aus.

Versatower – die Kosten

Für einen Versatower (ohne optischen Feinschliff) fallen folgende Kosten an:

  • 2x AW3000 – 90 Euro
  • 2x Satz Banenenbuchsen / Anschlussterminal – 8 Euro
  • Holzzuschnitt (ca 1,25m²) – 18 Euro
  • Kleinteile (Kabel, Schrauben – sofern noch nicht vorhanden) – 10 Euro
  • Montagematerial (Leim, Schrauben – sofern noch nicht vorhanden) – 10 Euro

Und wie „basst“ der Versatower?

Wie bereits oben beschrieben hab ich gleich 2 Tower gebaut. Nachdem die Gehäuse mit den Chassis bestückt und in den vorderen Raumecken aufgestellt waren, durfte der Antimode seine Messung durchführen um den Frequenzgang entsprechend anzupassen. Jetzt stand der erste Funktionstest bzw Hörtest an.

Vorweg sei gesagt, das ich die Tower nicht raw (d.h. ohne den Einsatz des Antimode) gehört habe, von daher bezieht sich die folgende Klangbeschreibung nur auf ein Paar Versatower, welche über ein Antimode 8033 s-II entzerrt werden. Als Endstufe kommt eine modifizierte (die Serienlüfter wurden durch leisere Modelle aus dem PC Bereich ersetzt) Thomann t.amp 1050 MK-X zum Einsatz.

Der Versatower klingt (nicht zuletzt wg dem Antimode) extremst trocken und sauber, jeder noch so kleiner Impuls ist hörbar und geht nicht im Gewaber üblicher 100 Euro Bass-Brüllkisten unter. Die Wiedergabe ist erstaunlich differenziert und wenn es mal lauter werden soll (und die Endstufe entsprechende saubere Leistung zur Verfügung stellen kann) bekommt man auch Basspegel in „Original-Lautstärke“ (immer wieder gern gesehen : Soldat James Ryan – Landung in der Normandie) problemlos ins Wohnzimmer, natürlich mit entsprechenden Tiefgang. Also egal ob Musik oder effektvolles Heimkino, ich konnte nichts entdecken, was der Versatower nicht umsetzen konnte.

Fazit

Preiswert, Tief, Laut und auch für ungeübte Holzwürmer durch einfaches Gehäuse extrem nachbausicher – Nachbau durchaus empfehlenswert!

 

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