Apple Mac Mini – mein neuer Musikplayer

Nachdem Stück für Stück die Hifi Anlage erneuert wurde, war es nun an der Zeit sich Gedanken über einen Medienplayer bzw neuen CD-Player zu machen. Recht schnell war mir klar, das es auch hier mit einem Mac umgesetzt werden sollte.

Hinweis : Der Artikel stammt aus November 2013, ich hab ihn einfach vergessen zu veröffentlichen :-/
Der Mac Mini dient mir nach wie vor zu meiner vollen Zufriedenheit als Musikquelle, nur der DAC wurde mittlerweile durch einen Denon AV Receiver ersetzt.

Bis jetzt habe ich meinem M-DAC die Musik immer digital über ein per USB angeschlossenes MacBook (welches auch als CD Player diente) zugespielt, alternativ wurde auch mal vom mobilen Gerät via AirPlay, AppleTV und Toslink-Kabel gestreamt.

Was mir aber immer fehlte war eine Dauerlösung, die fest in die Anlage integriert ist, nicht viel Platz weg nimmt, über iPad und iPhone fernsteuerbar ist, CDs rippen und abspielen kann und natürlich die Audiosignale verlustfrei digital dem DAC aus dem Hause audiolab zuspielt.
Ein netter Zusatz wäre noch die Möglichkeit, als DLNA Server Filme und Fotos für meinen Fernseher bzw die mobilen Geräte innerhalb des WLan Netzes zur Verfügung zu stellen.

Ich hatte bereits 2009 schon ein wenig Erfahrung im Bau eines sogenannten HTPCs sammeln können, was ich auch in einer kleinen Artikel-Serie in meinem Fotoblog festgehalten habe. Da ich jedoch 2012 Windows komplett Adieu gesagt habe und auf Mac OS (samt passender Hardware) umgestiegen bin, schied dieses Mal ein Rechner auf Windows Basis kategorisch aus – genau wie ein MediaCenter System mit Linux und Rasperry Pi, dem (genau wie einem guten NAS) eh ein CD Laufwerk fehlen würde.

Der perfekte Rechner : Apple Mac Mini

Schaut man im sich im Apple Lager um, kommt eigentlich nur ein Modell für das Wohnzimmer in Frage – der Mac Mini. Das aktuelle Modell scheidet jedoch wegen dem hohen Anschaffungspreis aus, auch hat man in Cupertino seid der 6. Generation das CD Lautwerk (auch gern SuperDrive genannt) wegrationalisiert.

Da der Rechner „nur“ Musik abspielen und ggf als DLNA Server Filme und Fotos streamen (nicht verwechseln mit dekodieren) soll, braucht es zudem keine potente Hardware. Somit fiel die Wahl auf den Mac Mini der 2. Generation (macmini 1.1) welcher die erste Ausführung mit Intel Architektur (je nach Ausstattung Core Solo oder Core Duo) war. Meinen gebrauchten Mac Mini mit Core Duo CPU fand ich letztendlich für überschaubare 129Euro bei Amazon.

Als ich den Mac auspackte zeigte sich doch sehr deutlich, warum das Teil Mini heisst – Bei Abmessungen von (B)16,5cm x (T)16,5cm x (H)5,5cm und einem Gewicht von 1,3kg (ohne Netzteil) darf man ruhig von Mini sprechen.

Die Hardware-Ausstattung des gelieferten Mini Rechners bestand aus einer Intel Core Duo 1.66GHz CPU, 1GByte DDR2 (667Mhz, SO-DIMM Steckplatz) Hauptspeicher sowie einer 80 GByte Festplatte. Neben dem Netzteil und einer Fernbedienung wurde nichts weiter geliefert, ein Betriebssystem war weder installiert noch lag es als DVD bei. Das Bildsignal wird von dem sehr betagten GMA 950 Chip mittels DVI Ausgang an den Monitor bzw in meinem Fall den Fernseher gesendet.

Upgrade der Hardware

Durch ein Hardware-Upgrade (Ram und HDD) meines MacBooks 2012 hatte ich noch dessen Herstellerkonfiguration – 2x 1GByte DDR2 Ram sowie eine S-ATA 320GByte 2,5″ 5400Upm Festplatte hier liegen. Diese wanderten recht zügig in den Mac Mini, welcher dank eines Tutorials und zweier Küchenmesser zügig geöffnet war.

4 entfernte Schrauben und ein rausgezogenes Flachbandkabel später hatte ich Zugriff auf die Ram-Slots und nach weiteren 6 Schrauben lag auch die 80GByte Festplatte vor mir. Die „neuen“ Komponenten waren schnell eingebaut und der Rechner fix wieder zusammengeschraubt und -gesteckt.

Kleiner Tip am Rande : Die Intel Core Solo bzw Core Duo CPUs können nur 2GB Ram verwalten, mehr Speicher einzubauen macht hier keinen Sinn, im Gegenteil, der Rechner reagiert mitunter mit Fehlfunktionen oder stellt ganz den Betrieb ein.

Achja, die Core Duo bzw Core Solo CPU lässt sich ebenfalls auf einen Core2Duo (in der M Version, zB dem Model 5200 mit 1,83GHz oder T7200 mit 2,0Ghz aufrüsten, was natürlich wieder etwas Bastelei mit sich bringt.

Das passende Betriebssystem

Ursprünglich hatte ich mir gedacht, auch den Mac Mini mit (Mountain) Lion oder gar Mavericks zu betreiben, aber da macht mir Apple einen Strich durch die Rechnung. Das letzte Mac OS, welches die 32 Bit Intel Prozessoren Core Solo und Core Duo unterstützt ist Snow Leopard von 2009. Es gibt wohl die Möglichkeit mittels einem kleinen Hack auch die Lion DP1 (1. Entwicklerpreview) installieren zu können, da es sich dabei aber nicht um eine stabile Version handelt für mich keine Option.

Eine Alternative wäre ggf noch, eine Core2Duo CPU nachzurüsten (siehe oben), aber ich werde erstmal schauen, ob nicht auch Snow Leopard alles mitbringt, was ich benötige (Stichwort iCloud bzw iTunes Match – gab es zu Zeiten von Snow Leopard beides noch nicht und wurde erst kurz nach der Vorstellung von OS X 10.7 Lion vorgestellt)

Das Problem ist, das es Snow Leopard selbst für Geld nicht (mehr) im AppStore als Download gibt und ich auch erst mit OS X 10.7 Lion angefangen habe…
Aber auch hier gibt es eine passende Lösung, OS X 10.6 alias Snow Leopard gibt es nach wie vor auf DVD im Handel, zB für 18Euro direkt bei Apple.

PS: Es macht von der Funktion keinen Unterschied, ob ihr die normale Version oder das Upgrade kauft – beides lässt sich auch auf einer absolut leeren Platte installieren.

Installation von OS X 10.6 Snow Leopard

Am Anfang wollte sich Snow Leopard partout nicht auf dem Mac Mini installieren lassen, egal ob von DVD oder vom USB-Stick (Eine Anleitung, wie man vom USB Stick installieren kann, findet ihr hier) – hab ich etwa defekte Hardware gekauft?

Es stellte sich heraus, das die Festplatte (welche ja mal in meinem MacBook verbaut war) noch 2 Partitionen enthielt – einmal für Mac OS X Lion und einmal Windows (per Bootcamp). Und genau diese beiden Partitionen sorgten im Mac Mini für Probleme.

Nachdem ich die Platte fix wieder ausgebaut hatte, wurde sie am iMac per Festplattendienstprogramm komplett gelöscht und als GUID neu partitioniert.

Wieder in den Mac Mini gebaut und siehe da : die Installation startete ohne Probleme und nach circa 30 Minuten war der Rechner auch schon einsatzbereit 🙂

Bevor es an die (überschaubare) Konfiguration von iTunes und Snow Leopard ging, wurden noch die wichtigsten Updates (zB Snow Leopard auf 10.6.8 und iTunes) eingespielt.

Kleiner Tip : Bis Snow Leopard installiert ist, sollte man eine USB Tastatur und -Maus anschließen, Bluetooth Eingabegeräte lassen sich erst nach erfolgreicher Installation des OS mit dem Rechner koppeln.

Konfiguration von iTunes

Nachdem alle Updates ausgeführt wurden, war ich gespannt ob die nun installierte iTunes Version auch iTunes Match unterstützt – und ja, auch unter Snow Leopard ist Match kein Thema – so muss das sein 🙂
Also schnell iTunes Match auf dem Mini aktiviert und den Rechner etwas arbeiten lassen… Ein paar Minuten später stand dann die komplette Musik-Mediathek auch auf dem kleinen Rechner zur Wiedergabe zur Verfügung.

Damit ich iTunes auf dem Mac Mini über meine mobilen Geräte via der kostenlosen Apple App „Remote“ steuern kann, musste in iTunes noch die „Privatfreigabe“ aktiviert werden, was schnell erledigt ist. Nun kann ich ohne aufzustehen bequem auf alle Lieder des Mac Mini zugreifen, selbstverständlich inklusive Cover-Anzeige und Zugriff auf alle Playlisten.

Nun wurde der audiolab M-Dac per USB Kabel mit dem Mac Mini verbunden und in den Systemeinstellungen vom Betriebssystem unter „Ton -> Ausgabe“ als Ausgabegerät festgelegt. Und siehe (bzw höre) da, es ward Musik über die Hifi-Anlage….

Als letzte Amtshandlung habe ich dann noch die wichtigsten vorhandenen CDs im Apple Lossless Format gerippt und auf der Platte abgelegt.

DLNA Server dank Twonky

Bleibt noch der Wunsch übrig, den Mac als DLNA Server nutzen zu können….

Nach etwas Recherche bin ich auf „Twonky“ (gibt es für Mac OS X, Windows und Linux) gestossen, welches einen einfach zu konfigurierenden DLNA Server darstellt und alles mitbringt, was ich benötige.

Zum Testen habe ich Twonky erstmal als 30 Tage Testversion installiert und werde in dem Zeitraum mal schauen, ob alles so funktioniert, wie ich mir das vorstelle.

Wenn das der Fall ist, werde ich gerne die 15 Euro für die Software ausgeben. Bis jetzt sieht es gut aus, mein Samsung Fernseher wie auch DLNA Apps auf dem iPhone bzw iPad können problemlos auf die per Twonky zur Verfügung gestellten Fotos/Videos zugreifen, und das ruckelfrei – sehr schön.

Leistungsaufnahme Mac Mini

Wie ich weiter oben schon geschrieben habe, ist der Mac Mini unter anderem für seinen geringen Leistungsbedarf bekannt. Um das mal in Zahlen fassen zu können habe ich ein „Wald und Wiesen“ Energiemeßgerät zwischen Steckdose und Netzteil gehängt und die Leistungsaufnahme bei typischen Betriebszuständen mitgeplottet….

Mac Mini ausgeschaltet – 1,2 Watt
Mac Mini normaler Betrieb (Musikwiedergabe über iTunes) – ca 23 Watt
Mac Mini CD rippen – ca 28 Watt
Mac Mini Ruhezustand – 3,1 Watt

Fazit

Zusammenfassend hat mich das ganze Projekt ca 170 Euro gekostet (Mac Mini, HDMI-DVI Kabel + Snow Leopard)
Ram, Festplatte sowie Bluetooth Tastatur und -Maus (beides von Apple) waren bereits vorhanden.

Aber die Möglichkeiten dieses Rechners sind natürlich nicht grenzenlos, zum Spielen taugt der Rechner aufgrund seiner GMA Grafik überhaupt nicht, ganz im Gegenteil – der Chipsatz schaft es noch nicht mal, HD Videos ruckelfrei zu dekodieren. Wer das möchte, sollte mindestens einen Mac Mini der 3. Generation mit NVidia GeForce 9400M Grafikchip kaufen.

 

 

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