Axis 85 – Mein nächster Lautsprecher

Vor geraumer Zeit schrieb ich einen Artikel zum Thema „zukünftiger DIY Wunschlautsprecher„. Dort war ich davon überzeugt, das der AX-8 HR von Udo Wohlgemuth meine Wiedereinstiegsdroge zum Musikhören wird…..

Wie es aber so ist, je mehr man sich mit dem Thema (und der Homepage vom Udo) befasst, umso mehr mögliche „Lebensabschnittslautsprecher“ kommen auf die persönliche „will bauen und hören Liste“.
Mein Wiedereinstiegs-Projekt sollte auf jeden Fall von den Kosten her überschaubar bleiben und trotzdem beim Hören viel Spaß bereiten, auch wollte ich mich nicht ganz vom Thema Breitbänder (Räumlichkeit, Bühne) verabschieden.

5″ Breitbänder + 8″ Bass = Axis 85

Nachdem ich mich durch Udo´s Archiv gewühlt habe, stieß ich auf den Axis 85, einen Lautsprecher-Bauvorschlage mit 5″ Breitbänder und einem ausgewachsenen 8″ Tiefmitteltonchassis, das ganze verpackt in ein Bassreflexgehäuse. Dieser Typ Lautsprecher (Breitbänder + Basschassis) ist in den gängigen DIY-Selbstbauforen auch als FAST (=Fullrange and Subwoofer Technology) bekannt.
Das Udo seine Kreation nun als BLUB (=Basslautsprecher und Breitband) bezeichnet, macht die Kombination der beiden Gradient-Chassis nicht weniger interessant. Im Gegenteil, ich denke hier hat der Entwickler den idealen Kompromiss aus Breitbandsound und „erwachsener“ Basswiedergabe gefunden.

Mein Problem war nur, das Udo´s Design der Axis 85 (Version „Box auf Ständer“) mir optisch überhaupt nicht zugesagt hat – ein anderes Gehäusedesign musste her.

Da Udo seine Lautsprecher-Gehäuse mit dem (kostenlosen) 3D Tool „SketchUp“ von Google zeichnet, habe ich das Programm für mein zukünftiges Wunschdesign auch einmal ausprobiert und ich muss sagen, nach einer kleinen Eingewöhnungszeit lässt sich mit dem Programm hervorragend arbeiten.

Da ich ein Freund von klaren Linien bin, war das Ziel eine (von vorne) zierliche Standbox, welche Dank Quarzsandfüllung die nötige Standfestigkeit erhält. Nach ein paar Stunden des Probierens und Rechnens war ich mit dem Design „meiner“ Axis 85 fertig und mit dem Ergebnis mehr als zufrieden. Das rechte Seitenteil habe ich absichtlich in der Zeichnung weggelassen, damit in den Lautsprecher hinein geschaut werden kann.
Wer möchte, kann sich meinen Bauplan als Sketchup Datei (gezippt) gerne downloaden, als Holz habe ich 22mm starkes MDF ausgewählt.

Das Ergebnis :

 

Der Lautsprecher hat die Außenmaße (H) 108cm x (B) 24cm x (T) 35cm und wirkt durch die schmale Front, welche nur ein wenig breiter ist als der verbaute 8″ Bass, recht zierlich.
Als Finish werde ich die beiden Gehäuse wohl mit Echtholzfurnier belegen – nur welches Holz ich nehme ist noch nicht sicher.

Falls Du jetzt Lust bekommen hast, meine Version von Udo´s Axis 85 zu bauen, hier noch ein paar Hinweise :

  • Dreh- und Angelpunkt meines Designs ist der Bausatz „Axis 85“ von Udo Wohlgemuth. Der Bausatz (Chassis, Frequenzweiche + Kleinteile) kann direkt bei Udo im Online-Shop gekauft werden.
  • Meine Bemaßung gilt für 22mm starkes MDF.
  • Damit die beiden Chassis bündig in die Frontplatte eingelassen werden können, muss der Breitbänder um 4mm, der 20cm Bass um 5mm mit der Oberfräse versenkt werden.
  • Um die (im Gegensatz zum Originalentwurf) größeren Wände etwas steifer zu bekommen, habe ich zwei sog. Ringsteifen im Bassreflexgehäuse vorgesehen. Das durch die Ringsteifen zusätzlich verdrängte Volumen wurde beim Design berücksichtigt. Die zu fertigen Ausschnitte ergeben sich aus der Detailzeichnung :
  • Das Breitbänder-Gehäuse wird mit 1/2 Matte Sonofill (Dämmwolle, im Bausatz enthalten) bedämpft, der Rest (2 1/2 Matten) wandern in die große Bassreflexkammer.
  • Die Kammer ganz unten hat keinen akustischen Zweck und kann (bzw. sollte) für eine bessere Standfestigkeit des Lautsprechers mit Sand gefüllt werden.
  • Udo hat im Original-Bauplan zwei 5cm Bassreflexrohre pro Lautsprecher vorgesehen. Da mir diese Optik nicht so zusagt, habe ich in meiner Version die beiden 50mm durchmessenden Rohre durch ein 70mm Rohr ersetzt (die Länge von 90mm bleibt gleich). Da es unterschiedliche 70mm Bassreflexrohre gibt (und jede Version einen anderen Einbau-Lochdurchmesser hat) habe ich diesen Ausschnitt auf der Front nicht bemaßt.
  • Gleiches gilt für das Anschlussterminal. Ich weiß noch nicht, ob ich das dem Bausatz beiliegende Terminal nehme oder aber zwei einzelne, isolierte Bananenbuchsen. Auch hier entscheidet die entgültige Wahl des Terminals über den zu fräsenden Ausschnitt in der Rückwand.

Achja, etwas fehlt noch…

Holzzuschnitt 22mm MDF

2 X   1080 X 240 (Frontplatte / Rückplatte)
2 X   1080 X 306 (Seitenteile)
5 X   196 X 306 (Boden, Deckel und Innenteiler)
1 X   196 X 144 (Rückseite geschlossenes Kammer Breitbänder)

Alle Maßangaben in Millimeter. Der gesamte Zuschnitt kommt auf eine Fläche von 1,61m² (gerundet)

Hinweis : Da ich den Lautsprecher bis dato noch nicht gebaut habe, sind die Maßangaben für den Zuschnitt ohne Gewähr. Im Zweifelsfall die oben im Text verlinkte SketchUp Datei zu Rate ziehen.

 

6 Gedanken zu “Axis 85 – Mein nächster Lautsprecher

  1. Was nutzt du später für Eingangsquellen? Ich muss immer schmunzeln wenn HighEnd-Audiogerätschaften via digitaler Festplatte mit Mp3 versorgt werden. 😀

    Mein Hifi-Anlägchen ist mittlerweile auch fertig, bestehen aus:

    Denon PMA500AE
    Denon DCD510AE
    Thorens TD320
    MonitorAudio RX1

    Die LS werden irgendwann nochmal ausgetauscht, der Bass ist mir stellenweise zu kräftig. Werde mehr auf Mitten und feine Höhen setzen. Klang kommt bei mir zu >90% von Platte.

    Bin gespannt wann du die ersten Bilder vom Bau hochlädst. 🙂

    Lg, Hannes

    • Moin Hannes,
      ob du es glaubst oder nicht wird meine Quelle MP3 in 320kBit sein. Quelle ist das AppleTV, welches über den optischen Ausgang einen DAC versorgt.

      Und diese Art der Zuspielung hat durchaus Bestand, denn auf den gängigen Hifi und High-End Messen werden die Anlagen über den PC und gute DACs mit Musik versorgt. Es macht auch nicht viel unterschied zur CD, grad wenn die Komprimierung gering ausfällt.

      Ich habe bei meinem Schwager diverse Quellen gehört, von einem Transrotor Plattenspieler über Super Audio CD und AudioDVD bis zu MP3 in 320kBit – das ganze von einer T+A Röhre verstärkt und über B&W Nautilis der 800er Serie wiedergegeben. Und ich habe für mich keine relevanten Unterschiede zw. den MP3 und den anderen Quellen gehört. Was man aber mit der Kette schnell gehört hat ist der Umstand, das „moderne“ Musik zum großen Teil grottenschlecht abgemischt wird.
      Keine Dynamik und BÜhne+ Räumlichkeit war wenn überhaupt, nur im Ansatz zu erkennen.

      • Da geb ich dir Recht mit der schlechten Abmischung. Das hat auch eine Bezeichnung: Loudness War.

        Das mit den Klangunterschieden ist so eine Sache. Ich habe einige Alben als Vinyl 180g und CD doppelt. Beim Direktvergleich klingt die CD von den Höhen her prima, sobald aber etwas Druck über die Mitten gezogen wird, und Instrumente einsetzen, dann kommt ein kühler kristallklarer Klang aus den Boxen. Sagt mir – für intensives Hören – nicht zu, irgendwann „klirrt“ es in meinen Ohren und es beginnt zu nerven. Bei Vinyl hingegen setzen die Instrumente sanft und enorm voluminös ein, der Klang verteilt sich richtig schön im Raum. Ich denke auch das ist es warum Schallplatte nachwievor Bestand hat: die weiche und warme Art des Klang.

        Die Nautilus sind auch prima, gehört habe ich sie leider noch nicht. Es ist auch immer eine individuelle Empfindung jedes einzelnen ob „gut“ oder „schlecht“, musste dies auch bei genervten Händlern feststellen, nachdem ich einige Boxenpaare probegehört habe…. 😀 Da versenkte eine 300EUR KEF eben gleich mal die 2000EUR B&W, nach meinem Ohr.

        Bei Röhrenverstärker bin ich immer etwas vorsichtig. Sieht zwar schön aus und erzeugt weichen Klang, dennoch gibt es nichts zum regeln, dafür brauchts dann immer weitere Elemente in der Kette – muss nicht sein. Ich muss mich aber irgendwann auch nach einem anderen Verstärker umsehen, mein Phone-Amp ist nicht wirklich gut, auch der Phone-Ausgang klingt enorm doof… gerade beim Platte digitalisieren sollte es schon ein gutes Ausgangssignal sein. 🙂

        Freu mich aber trotzdem auf deinen Bilder. Selbstbauboxen sind immerwieder spannend! 🙂

        Vg,
        Hannes

  2. Hi,
    ich hab deine Blog Einträge mit Spannung gelesen, da ich ein ähnliche Projekt vor habe. Wie ist es denn bei dir weiter gegangen oder sogar schon ausgegangen?
    Für welchen Amp hast du dich entschied?

    Viele Grüße und frohes Basteln

    Tobi

    • Hallo Tobi,

      schön das dich Artikel interessieren.

      die Lautsprecher sind fertig, aufgrund von Faulheit Zeitmangel gibt es noch keinen Blogartikel drüber – Fotos sind aber bei mir auf Facebook zu sehen.

      Der Vorverstärker ist mittlerweile fertig (auch wenn er ursprünglich nicht geplant war) genau wie die Entstufe (Hifimediy T2 mit Schaltnetzteil) sowie Clinch und LS Kabel. Quasi „ready to play“. Da ich im Juni umziehe, steht aber alles unverkabelt in der aktuellen Wohnung rum und wartet auf den Einsatz. Ich muss mich mal hinsetzen und weitere Artikel schreiben…..

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