4. Januar 2019

Anycubic I3 Mega und sinnvolle Upgrades

Wieder einmal ist seit dem letzten Artikel ein gutes Jahr vergangen, das Jahr 2019 ist noch sehr jung (frohes Neues nachträglich 🙂 ) und es gibt mal wieder a bissl was Neues hier im Blog und zwar geht es um das Thema 3D Drucker

Anycubic I3 Mega zum Fest

Der Weihnachtsmann meinte es gut mit mir und brachte (fast) pünktlich zum Weihnachtsfest einen Anycubic i3 Mega 3D Drucker , hört sich teuer an - ist er aber (zum Glück) gar nicht

Creality Ender 3 vs. Anycubic I3 Mega

Wie so oft stand am Anfang der Anschaffung die Recherche im Internet, ich wollte für den Einstieg in den 3D Druckbereich nicht mehr als 250 Euro ausgeben (Preisvergleich bei 3D Druckern bringt tatsächlich richtig was) und am Ende blieb (auch in Hinblick auf eine große Nutzer-Community mit viel Erfahrungswerten) nur zwei Geräte in der von mir angestrebten Preisklasse übrig

  • Creality Ender 3
  • Anycubic I3 Mega

Beide Drucker sollten von den Ergebnissen nicht so weit voneinander entfernt sein, beide Drucker haben einen ähnlich großen Bauraum. Der Ender 3 ist ein fast kompletter Bausatz, dafür für deutlich unter 200 Euro zu bekommen. Der I3 Mega muss nur entmontiert werden, kostet gute 50 Euro mehr als der Ender 3 (je nach Angebot), punktet dafür mit einem für mich stimmigeren Design. Durch meinen Job habe ich bereits Erfahrungen zum Creality CR-10S sammeln können (man könnte es gut als Hass-Liebe bezeichnen), so dass ich schlussendlich den I3 Mega von Anycubic geordert habe...

Erster Dämpfer - keine Funktion

Nach dem Zusammenbau freute ich mich auf die Inbetriebnahme, leider passierte beim Einschalten außer einem sehr unangenehmen Ton nicht viel. Ärgerlich, kann aber passieren bei Geräten dieser Preisklasse. Also parallel den Hersteller angeschrieben und das Gerät einfach mal aufgemacht.

Als erstes fällt das Industrie-Schaltnetzteil ins Auge, welches auch nach kurzem Messen mit dem Multimeter als Übeltäter ausgemacht war, denn das 12Volt / 25 Ampere Netzteil tat keinen Mucks.

Absolut reparaturfreundlicher Aufbau

Ok, kein Thema, einfach ein neues Netzteil bei Amazon** bestellt und 2 Tage später konnte ich es auch einbauen, durch die gleichen Abmessungen sowie die genormten Befestigungslöcher war der Tausch nicht weiter erwähnenswert.

Überhaupt zeigt sich der innere Aufbau des Anycubic I3 Mega sehr reparaturfreundlich, man kommt überall gut ran, fast alles ist gesteckt und für kleines Geld gibt es auch alles (bis hin zum Mainboard) als Ersatzteil im Onlinehandel - so stelle ich mir das vor.

Nummer 3 lebt!

Nach dem Netzteiltausch erwachte der Anycubic auch zugleich zum Leben und nach dem erforderlichen Bed-Leveling (welches meiner Ansicht nach deutlich angenehmer abläuft als beim Creality CR-10S) und anschließendem Test-Bed-Druck konnte der Drucker zeigen was er kann.

Der erste Ausdruck waren natürlich die beiden Eulen (sind bereits auf SD-Karte dem Drucker beigelegt). Erfreulicherweise legt Anycubic zum I3 Mega noch ein sattes Kilogramm schwarzes PLA Filament (neben einem Ersatz-Hotend) mit in den Karton, was für einen ganzen Sack voller Eulen reicht oder natürlich diverse andere Sachen....

Eigentlich sollte der I3 Mega ja unverändert bleiben

Es gibt eine lebhafte Custom / Modder-Szene rund um den Anycubic Drucker und eigentlich wollte ich mit dem Gerät aber nur arbeiten.

Eigentlich....

Beim Druck zeigt sich jedoch ein nicht überhörbares Manko, denn der I3 Mega ist während der Arbeit (dank billigster Lüfter) schon recht laut. Eine erste Besserung gab es durch eine optimierte (und natürlich gedruckte) Haube über dem HotEnd, die originale Metallhabe hat einfach zu kleine Löcher, welche bei Lüfterbetrieb zu vielen kleinen Pfeife mutieren.

Zwei Lüfter - wofür eigentlich ?

Um das Hotend sind zwei Lüfter angeordnet, der Radiallüfter kümmert sich um den Ausdruck (auch gerne Bauteillüfter genannt), der 40x40 Lüfter kühlt das Hotend indem kalte Luft auf das Hotend geblasen wird.

Da geht doch noch was in Sachen Lautstärke ?

Schlussendlich habe ich jedoch etwas mehr optimiert und auch investiert. Am Hotend wurden beide Lüfter durch leisere Modelle ersetzt, der kleine 40x40mm Lüfter wurde durch ein LowNoise Modell der Firma Noctua** ersetzt, der Radiallüfter wurde ebenfalls durch ein leicht leiseres Modell von MVPower (praktischweise gleich im 3er Pack)** ersetzt.

Der Radiallüfter machte durch leicht größere Bauweise (genüber dem ab Werk verbauten) eine neue Behausung erforderlich, welche ich bei Thingiverse fand. Ausdrucken, zusammensetzen, montieren und fertig.

Vergleich neuer Kopf mit bereits verbauten Lüftern (links) und alter Kopf. Der Bauteilekühler ist noch nicht montiert und wird einfach auf den neuen Radiallüfter gesteckt.

Für den Umbau sollte man schon etwas handwerkliches Geschick haben und auch wissen, wie ein Lötkolben funktioniert, denn die beiden neuen Lüfter von vom Stecker her nicht an die Platine, wo die Lüfter angeschlossen werden (Pin-Raster passt nicht). Ein Seitenschneider, etwas Lötzinn sowie Schrumpfschlauch verbinden im Nu die alten Stecker mit den neuen Lüftern 😉
Der gelbe Anschluss vom Noctua Lüfter (Fan Speed) wird totgelegt, dafür gibt es am Anycubic keinen Anschluss, auch hier sorgt ein Schrumpfschlauch für dauerhafte Isolierung.

Gut zu erkennen - die alten, angelöteten Kabelenden (Schrumpfschlauch) samt Steckern

OEM vs Upgrade - Wie deutlich sind die Unterschiede ?

Messaufbau, das Mikro zeigt Richtung Drucker

Stellt sich die Frage, ob die Investition von gut 25 Euro in leisere Lüfter sinnvoll angelegt ist. Als erstes muss ich feststellen, dass die Geräuschentwicklung mit dem Lüfter Upgrade merklich geringer ist. Um das ganze auch technisch fassen zu können, habe ich mit dem iPhone sowie der App Decibel X vor und nach dem Umbau im normalen Druckbetrieb über gut eine Minute mal eine Lautstärkemessung aus gut 90cm Entfernung durchgeführt.

Bild 1

Bild 1 zeigt die Geräuschentwicklung mit den beiden Originallüftern im Hotend, aber mit geräuschoptimierter PLA Haube. Der Drucker war bei der Arbeit, d.h. auch die Steppermotoren sowie die Lüfter im Netzteil + auf dem Mainboard liefen.

Bild 2

Bild 2 zeigt nun den gleichen Ausdruck mit den beiden neuen Lüftern am Hotend, die Lüfter vom Netzteil sowie auf der Hauptplatine sind nach wie vor original. Im Mittel ergibt sich eine Geräuschminderung von gut 2,5dB, was in einem Büro, wo auch am Rechner gearbeitet wird, nicht wenig ist.

Bild 3

Bild 3 zeigt nur die Lüftergeräusche aus dem unteren Elektronikabteil des I3 Mega, gut zu erkennen der Moment wo der Lüfter vom Netzteil von der Elektronik weggeschaltet wird (der Lüfter ist lastgeregelt, d.h. viel Last, viel Drehzahl). Die Kleinen Peaks später ist Kindergetrampel ein Stockwerk höher 😉

Mein Fazit zum Lüfterupgrade

Des Kaisers neue Kleider - Upgrade Druckkopf mit neuen Lüftern

Klar, meine Messung war mehr aus der Hüfte geschossen und natürlich ohne jeden wissenschaftlichen Anspruch, unterlegt aber meine Hörempfindung ganz klar und ich kann mit meinen 40+ Ohren die beiden Lüfter an der Z-Achse definitiv nicht mehr wahrnehmen.

Blut geleckt - geht es noch leiser ?

Ich denke mal, dass ich mich auch noch um die Lüfter im Elektronikabteil kümmern werde, einen guten (und leisen) 100x100mm Lüfter von Corsair habe ja noch liegen.

Ein späterer Artikel (samt professioneller Lautstärkemessung 😀 ) wird dann ein durchgeführtes Lüfterupgrade (und ggf Anpassungen an der Bodenplatte) zum Thema haben.

Hinweis
** = Amazon Affiliate Link

8 comments on “Anycubic I3 Mega und sinnvolle Upgrades”

  1. Hast du für den Umbau etwas an der Firmware geändert? Mir wurde gesagt ein Lüfter-Upgrade wäre schwierig, da der Drucker nur 9V statt 12 für die Lüfter bereitstellt.

  2. Hallo Daniel,
    Ich habe es Dir mal nachgetan und meinen i3 "stillgelegt". Der 40x40 Noctua ist allerdings nach den ersten Versuchen zu den Treibern nach unten gewandert und wurde durch einen SUNON ersetzt, der das Doppelte an Luftmasse bewegt.
    Das zeigte sich an starkem Stringing bei PLA - selbst bei der selben PLA Rolle, die vor dem Umbau wunderbar druckte.
    Und selbst jetzt habe ich immer noch etwas Stringing... ist das bei Dir nicht passiert? Ich habe den Bauteilkühler im Verdacht - gibt es da noch etwas zu beachten?

    1. Moin Axel,
      ich habe noch die Lüfterdrehzahl "getweakt", damit das PLA nicht schneller abkühlt als es sinnvoll ist. Damit sollte das Stringing in den Griff zu bekommen sein.
      Gruß

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